Erinnerungsprojekt Zwölf Monate — Zwölf Namen | 50 Jahre Olympia-Attentat München August 2022

KehatSchor_NSDoku©DanielSchvarcz2

50 Jahre nach den Olympischen Spielen in München wird 2022 ganzjährig an das Olympia-Attentat vom 5.—6. September 1972 erinnert. Jeden Monat steht dabei ein Opfer im Mittelpunkt des Gedenkens.

August: Kehat Schor
Das NS-Dokumentationszentrum München erinnert im August mit einer multimedialen Installation der Künstler_innen Saba Bussmann und Horst Konietzny an den Olympia-Athleten Kehat Schor. An den Fenstern des NS-Dokumentationszentrums München, auf Plakaten, Flaggen und einer Litfaßsäule sowie auch am U-Bahnhof Königsplatz und vor dem Lenbachhaus München wird sein Portrait gezeigt, und Schor in den Worten seiner Tochter Michal vorgestellt. Der melancholisch ruhige Blick Kehat Schors, die Augen eines erfolgreichen Sportschützen, bilden die Konstante der Installation – auch und besonders im Kontrast zu dem bunten Sportevent, das im August den Münchner Königplatz überlagert.

„The terror attack at the Olympic Games added another scar to the state of Israel. We should not forget that Kehat Schor and the other athlets left behind a history, a family, a dream,“ betonte die Israelische Generalkonsulin Carmela Shamir bei der Eröffnung der Installation.

Auch Mirjam Zadoff, Direktorin des NS-Dokumentationszentrum München, erinnert an das Leid der Familie Schor und die Misskommunikation der deutschen Behörden, die die Familie zunächst gar nicht und dann falsch über das Geschehen informierten. „In einem Interview von 2014 berichtet Kehat Schors Tochter Michal eindrücklich über die belastende Situation ihrer Familie, die von der Geiselnahme aus dem Radio erfuhr. Von offizieller Seite zunächst beschwichtigt, stellte sich am Morgen nach dem Attentat heraus, dass nicht alles in Ordnung war: ‚In the morning we understood that not everything is ok‘“, zitiert Zadoff Michal Schor.

Konzipiert und koordiniert wird das Erinnerungsprojekt vom Jüdischen Museum München in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum München und dem Generalkonsulat des Staates Israel.

Das Jüdische Museum München begleitet das Erinnerungsprojekt zudem auf seinem Blog und auf seinen Social-Media-Kanälen unter dem Hashtag #OlympiaAttentat72.

 

Bildunterschriften:

Multimediale Installation der Künstler_innen Saba Bussmann und Horst Konietzny in Gedenken an Kehat Schor am NS-Dokumentationszentrum München

v.l.n.r. Künstler_innen Saba Bussmann und Horst Konietzny mit der israeilischen Generalkonsulin Carmela Shamir und Mirjam Zadoff, Direktorin des NS-Dokumentationszentrum München

Fotos: Daniel Schvarcz